Safety First? Von wegen!

Tödliches Risiko für Babies und Kleinkinder
Kinder unter zwei Jahren sitzen meist auf dem Schoß eines Erwachsenen. Sie werden mit einem Schlaufengurt, dem sogenannten “Loop Belt”, am Beckengurt des Erwachsenen angeschnallt. Dieser Loop Belt wurde Tests unterzogen – detaillierte Informationen inklusive Videos erhaltet ihr hier, hier oder hier.

“Dieser Loop-Belt ist für das Kind tödlich”

Das klare und erschreckende Ergebnis eines dieser Tests: “Dieser Loop-Belt ist für das Kind tödlich”. Dies liegt daran, dass bei heftigen Turbulenzen und insbesondere bei Startabbrüchen oder Vollbremsungen enorme Kräfte auf den Loop-Belt und somit das Kind wirken.

Die Folge: das Kind wird nach vorne geschleudert und durch den Loop-Belt zurückgehalten. Dieser schneidet sich dann sehr tief in die Weichteile ein. Es kann zu schweren Organverletzungen wie Quetschungen und Rissen kommen. Man muss kein Arzt sein um zu wissen: das ist tödlich!

Warum ist der Loop-Belt erlaubt?
In den USA ist der Loop-Belt verboten; in Deutschland galt dieses Verbot jahrelang. Es wurde durch eine EU-Verordnung (EU-OPS 1.730) wieder zugelassen. Dieser Schritt ist natürlich ob der eindeutigen Testergebnisse grober Unfug und sollte schnellstmöglich rückgängig gemacht werden.

Warum ist dies immer noch erlaubt? Das Europäische Parlament und die Bundesregierung ist eine eindeutige Antwort hierauf bisher schuldig geblieben. Es gibt allerdings Diskussionsbedarf im Parlament, siehe hier.

Gibt es Alternativen?
Die gute Nachricht: JA, die gibt es!
Die schlechte Nachricht: diese sind teuer und bei der Anwendung muss man sich durch Bürokratie und uneindeutige Regularien kämpfen. Wir stellen hier zwei Alternativen vor:

Alternative 1: Autokindersitze
Es gibt Autokindersitze, die für den Gebrauch im Flugezeug zugelassen sind. Es ist allerdings fraglich, ob Autokindersitze optimal für den Gebrauch im Flugzeug sind. Ein weiterer Haken: es besteht keine Einigkeit unter den Fluggesellschaften über die Verwendung der unterschiedlichen Modelle. Das heißt ein von Airline A akzeptierter Autokindersitz kann von Airline B nicht akzeptiert werden – der Flug und damit die Reise könnte eventuell so nicht angetreten werden.

Alternative 2: CARES-Gurtsystem
CARES ist ein Kinderrückhaltesystem im Hosenträgerformat; es ist sehr leicht und lässt sich sehr gut verstauen. Es kann relativ einfach installiert werden und nutzt neben der Rückenlehne auch den Beckengurt des Sitzes im Flugzeugs. Eine Voraussetzung ist somit ein eigener Sitz für das Kind; dies ist in der Regel ab zwei Jahren sowieso erforderlich. Die Kosten sind mit rund 90 EUR ziemlich hoch.
Auch hier gibt es einen Haken. Auf der CARES-Internetseite wird auf die Zertifizierung durch amerikanische, britische und kanadische Luftfahrtbehörden hingewiesen. Auch das deutsche Luftfahrtbundesamt hat das  CARES-Gutsystem 2008 zugelassen. Ob die jeweilige Fluglinie das Gurtsystem tatsächlich erlaubt ist dennoch fraglich. Verrückt aber wahr: die letztendliche Entscheidung über die Verwendung liegt bei der jeweiligen Fluggesellschaft bzw. dem Bordpersonal. CARES schreibt:

“Wenn Sie sichergehen wollen – denn die Entscheidungshoheit haben immer die einzelne Fluggesellschaft und das Bordpersonal – setzen Sie sich vorher mit Ihrer Fluggesellschaft in Verbindung.”

Was empfiehlt Huggy?
Aufgrund von persönlichen Erfahrungen empfiehlt das Huggy-Team das CARES-Gurtsystem. Wir wurden hierfür selbstverständlich nicht bezahlt und wir wurden dazu auch nicht aufgefordert; die Empfehlung basiert auf unseren Alltagserfahrungen. Wir raten dazu, sich die Verwendung in jedem Fall vorher durch die Fluglinie schriftlich bestätigen zu lassen.

Wir wünschen euch selbstverständlich, dass ihr die Sicherheitsfunktion des CARES-Gurtsystems nie in Anspruch nehmen müsst und stets einen angenehmen Flug habt. Es ist aber ein beruhigendes Gefühl, Kindern ein maximales Maß an Sicherheit bei Flugreisen geben zu können.

Huggy wünscht euch einen guten und sicheren Flug!

Tags: Fliegen mit Kindern, Flugsicherheit, Verletzung bei Reisen, Tödliches Risiko bei Flugreisen, Loop Belt, Loop-Belt, Startabbruch, Turbulenzen, Kinderrückhaltesystem, KRS, CRS

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